Reizdarm


Fast 14 Millionen Deutsche [1] sind von einem Reizdarmsyndrom betroffen. Ein ständig aufgeblähter Bauch, Blähungen, Krämpfe, Verstopfungen oder Durchfall sind die am häufigsten auftretenden Symptome. Die Diagnose Reizdarm-Syndrom ist eine Ausschlussdiagnose, das heißt, erst nachdem alle anderen Möglichkeiten ausgeschlossen wurden, wird die Diagnose „Reizdarm“ gestellt. Oft haben Betroffene umfangreiche Tests und viele Arztbesuche hinter sich gebracht, ohne dass eine greifbare Ursache gefunden werden konnte.

Das Reizdarmsyndrom und SIBO (Dünndarmfehlbesiedlung) sind Schwerpunkt-Themen in meiner Naturheilpraxis Gesund in Berlin. Als Heilpraktiker habe ich von Dr. Pimentel, der bereits seit 15 Jahren intensiv das Thema Reizdarm und SIBO erforscht, mögliche Diagnostiken und Ansätze zur Behandlung von SIBO und Reizdarm übernommen.

Kurzüberblick der Symptome:
  • Bauchschmerzen mit Völlegefühl, häufiger abends
  • Blähungen, Verstopfung oder Durchfall, Verstopfung + Durchfall im Wechsel
  • Bauchschmerzen, zusammenhängend mit dem Stuhlgang
  • Müdigkeit und Kopfschmerzen, Brainfog
  • druckschmerzhaft aufgeblähter Bauch, „Luft-ablassen“ kaum möglich

Was ist das Reizdarmsyndrom?

Das RDS beschreibt eine Funktionsstörung des Darms ohne messbare körperliche Ursache.[6] Studien haben ergeben, dass Infektionen und durchgemachte Lebensmittelvergiftungen bei der Entstehung des Reizdarmes in der Vorgeschichte gehäuft auftraten. Der Reizdarm kann durch eine veränderte Zusammensetzung der Darmflora (Dysbiose, SIBO (Dünndarmfehlbesiedlung) ) gekennzeichnet sein. Eine gesteigerte Aktivität des darmeigenen Nervensystems steht bei Reizdarmpatienten des IBS-D-Typs (Reizdarm, mit vorwiegendem Durchfall) in Verbindung mit der Häufigkeit der auftretenden Durchfälle.

Neben dem Begriff Reizdarm gibt es auch den Reizmagen, von diesem sprechen Ärzte und Heilpraktiker, wenn die entsprechenden Symptome den Magen betreffen.

Schulmedizinische Definition Reizdarm

Ärzte haben die sogenannten Rom-IV-Kriterien zur Definition des Reizdarms erarbeitet. Danach liegt ein Reizdarm vor, wenn Sie unter einem wiederkehrenden Bauchschmerz leiden, der mindestens einmal pro Woche auftritt und seit mindestens drei Monaten besteht.

Welche Symptome treten bei Reizdarm auf?

Charakteristisch sind Bauchschmerzen mit Völlegefühl und ein druckschmerzhaft aufgeblähter Bauch. Auch Blähungen, Verstopfungen oder Durchfall treten beim Reizdarm sehr häufig auf.[7] Die Bauchschmerzen sind oft krampfartig und treten in wechselhaften Intensitäten auf. Viele Patienten berichten von Bauchschmerzen, die zusammenhängend mit dem Stuhlgang auftreten.

Zu den Magen-Darm-Beschwerden können Müdigkeit, Erschöpfung und Kopfschmerzen hinzukommen. Neu auftretende Nahrungsmittelunverträglichkeiten weisen ebenfalls auf ein Reizdarmsyndrom hin. RDS ist von einem schubweisen Verlauf gekennzeichnet, das heißt, dass immer wieder beschwerdefreie Phasen möglich sind.

Reizdarm – Bauch-Typen
Beispiele für Arten des Blähbauchs: Stressbauch und Blähbauch.

Die vier verschiedenen Typen des Reizdarms

Je nachdem, welche Symptome im Vordergrund stehen, lassen sich vier verschiedene Subtypen des Reizdarms unterscheiden:

  • Reizdarm, der vorwiegend mit Verstopfung einhergeht
  • Reizdarm, bei dem Durchfall vorrangig auftritt
  • Reizdarm, der mit Verstopfung und Durchfall im Wechsel verbunden ist
  • Reizdarm, der momentan nicht zu den oberen drei Typen passt

Die Einschränkungen der Lebensqualität werden unterschiedlich erlebt, manche Patienten leiden im Alltag eher wenig, andere verspüren erhebliche Beeinträchtigungen. Betroffene Arbeitnehmer, die unter einem Reizdarm leiden, sind durchschnittlich 22 Tage im Jahr krankgeschrieben.

Durchfall – Schaubild
Durchfall – Schaubild

Welche Ursachen kann ein Reizdarm haben?

Kurzüberblick: Beteiligt sind erbliche Veranlagungen, Störungen des Darmnerven- und Immunsystems, Störungen der Darmflora, Umwelteinflüsse, gesteigerte Darmaktivität, körperliche Belastung und psychischer Stress.

Die genauen Ursachen sind bisher ungeklärt, neuere Forschungsergebnisse weisen auf psychische Einflüsse wie Stress, Kummer sowie Störungen des Darmnervensystems und in der Vergangenheit aufgetretene Infektionen hin. Dabei wurden durchgemachte Lebensmittelvergiftungen gehäuft in Studien beobachtet. Auch Nahrungsmittelunverträglichkeiten und eine gestörte Darmflora mit einer Dünndarmfehlbesiedlung (SIBO) oder eine Dysbiose werden diskutiert. [5] Stress verursacht zwar keinen Reizdarm, kann aber die Beschwerden deutlich verstärken. Auch der weibliche Zyklus kann einen Einfluss auf die Beschwerden haben.

Darm und Psyche – Wechselwirkungen

Das zentrale Nervensystem und das Nervensystem im Darm stehen über Botenstoffe in Verbindung und werden als Darm-Hirn-Achse bezeichnet. Nach Meinung einiger Forscher ist bei Reizdarmpatienten das Nervensystem des Darms überaktiv. Der Darm beeinflusst dann die Psyche bzw. das vegetative Nervensystem in vermehrtem Maß und umgekehrt auch die Psyche (VNS) den Darm. In diese Richtung weisen auch verschiedene Studien, die ergeben haben, dass ein Reizdarmsyndrom mit Depressionen, Stress und Angststörungen einhergehen kann. [2]

Eine Reizdarmerkrankung ist kein psychisches Leiden, kann jedoch psychische Beschwerden hervorrufen.

Stress, Hormone und der Darm

Stresshormone wie Cortison und Adrenalin beeinflussen das vegetative Nervensystem. Der Vagusnerv, ein bedeutender Nerv des vegetativen Nervensystems (VNS) steht in direkter Verbindung mit dem enterischen Nervensystem (Bauch-Nervensystem). Die Verdauungstätigkeit verändert sich bei Stress, um als regulatorische Maßnahme für den Körper mehr Energie zur Bewältigung der Herausforderung bereitzustellen. Bei Sichtkontakt mit einem Säbelzahntiger oder dem wütenden Chef werden wir in den „Flucht-oder Angriffsmodus“ versetzt. Die Verdauungsleistung wird reduziert um mehr Energie für den Kampf oder die Flucht bereit zu stellen.

In der Folge läuft die Verdauung verzögert ab. Der Speisebrei verweilt bei Stress unter Umständen länger an einer Stelle im Darm und bakterielle Vergärung oder Fermentation setzt dort verstärkt ein. Blähungen, Dehnungen und Reizungen an der Darmwand werden über die Nerven registriert und diese geben mögliche Schmerzreize an das limbische System im Gehirn weiter. Der Durchfall, den viele Reizdarmpatienten erleben, kann bei stressigen Situationen verstärkt auftreten. [4]

Vagusnerv – Botschaften zwischen Darm und Gehirn
Vagusnerv – Botschaften zwischen Darm und Gehirn

Entzündungen in der Darmschleimhaut

Forschungsergebnisse besagen, dass bei einigen Reizdarmpatienten auch unterschwellige Entzündungen bzw. sogenannte „Silent Inflammation“ vorliegen. Durch die Entzündung werden Botenstoffe wie Serotonin, Histamin oder Proteasen freigesetzt, die wiederum das Bauchhirn aktivieren und die Schmerzempfindlichkeit erhöhen.[3] Diskutierte Auslöser für diese Entzündungen sind:

  • Autoimmunkrankheiten
  • Allergien
  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten
  • Magen-Darm-Infekte mit Erregern oder
  • Parasiten
  • Antibiotikatherapie
  • Schwermetallbelastungen
  • Umweltgifte

Bei einer dauerhaft entzündeten Darmschleimhaut kann der Darm durchlässig für Verdauungsrückstände werden (Leaky-Gut-Syndrom), wodurch das Immunsystem zusätzlich (über)aktiviert wird und mit überschießenden Immunreaktionen wie Allergien oder Autoimmunität reagieren kann. Als Heilpraktiker beschäftige ich mich täglich mit den Folgen und der Behandlung erhöhter Darmdurchlässigkeit.

Darm-Gehirn-Achse – am Beispiel von Serotonin
Darm-Gehirn-Achse – am Beispiel von Serotonin

Diagnosestellung

Die Beschwerden bei Reizdarm können von Person zu Person stark variieren. Die richtige Interpretation der einzelnen Symptome und der Krankengeschichte sind hier richtungsweisend. Vor der Therapieplanung ist zu beachten, dass andere chronisch entzündliche Darmerkrankungen wie beispielsweise Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa ausgeschlossen werden. Bei dem Reizdarmsyndrom gibt es keine spezifischen Labormarker, jedoch hinweisende Marker für entzündliche Geschehen oder Schleimhautschädigung.

Ein Atemgastest auf SIBO (Dünndarmfehlbesiedlung) sowie Stuhl- und Blutanalysen gehören zum Standard meiner Tätigkeit als Heilpraktiker in der Naturheilpraxis Gesund in Berlin. Laborwerte Calprotectin, sekretorisches IgA, Zonulin, Histamin, Verdauungsrückstände im Stuhl sind hinweisend für Verdauungsstörungen oder Entzündungen im Verdauungstrakt. Testungen auf Dysbiose, SIBO (Dünndaramfehlbesiedlung) sowie auf Nahrungsmittelunverträglichkeiten wie Laktoseintoleranz und Fructoseintoleranz können in meiner Praxis ebenfalls vorgenommen werden.

Um auf ein Vorhandensein von SIBO (Dünndarmfehlbesiedlung mit Bakterien aus dem Dickdarm) zu prüfen, verwende ich einen sogenannten Atemgastest auf Basis von Laktulose, nicht zu verwechseln mit Laktose, was einen gänzlich anderen Test darstellen würde.

Der Einfluss der Ernährung bei Reizdarm

Auslöser für das RDS können Nahrungsmittel sein. Eine besondere Rolle spielen hier die sogenannten FODMAP´s. Mithilfe einer Erfahrungsdokumentation können wir bestimmte Muster erkennen, indem Sie die verzehrten Lebensmittel, auftretende Beschwerden und auch andere Faktoren wie Stress oder Ärger festhalten. Oft kann das Vermeiden unverträglicher Nahrungsmittel bereits ausreichen, um Ihre Symptome zu verbessen. Neben einer kurzfristigen Low-FODMAP-Strategie können wir auch untersuchen, welche Nahrungsmittel für Sie mögliche Allergieauslöser sind.

Auslassdiät mit Pro-und Präbiotika bei Reizdarm

Mithilfe einer gut geplanten Auslassdiät/Eliminationsdiät (Heilpraktiker und Ernährungsberater), können problemverursachende Nahrungsmittel ausfindig gemacht werden und anschließend gemieden werden. Das Ziel sollte dabei sein, Entzündungen zu reduzieren, indem sich eine Zeit lang nur von Lebensmitteln ernährt wird, die von Darm und Immunsystem toleriert werden.

Pro- und Präbiotika können, wenn überhaupt, erst dann sinnvoll eingesetzt werden, wenn zuvor das Mikrobiom analysiert (Heilpraktiker) wurde bzw. SIBO diagnostiziert oder ausgeschlossen wurde. Wurde dies zuvor versäumt, können sich die Beschwerden unter Umständen sogar verstärken.

Häufige Fragen zu Reizdarm

Was kann man gegen einen Reizdarm machen?

Es gibt verschiedene Ansätze um auf die Beschwerden bei Reizdarm einzugehen. Der häufigste Ansatz betrifft die Ernährung und bestimmte Maßnahmen zur Regulation des vegetativen Nervensystems. Auch pflanzliche Mittel können angewendet werden. Der Gang zum Heilpraktiker ist empfehlenswert.

Was sollte man bei Reizdarm essen?

Einerseits so gesund wie möglich, aber andererseits auch so verdauungsfreundlich wie möglich. Es gibt verschiedene Ansätze. Am besten ist es seine individuelle Beschwerdegrenze bei verschiedenen Nahrungsmitteln selbst auszutesten oder Rat bei einem erfahrenen Heilpraktiker zu suchen. Je nach Reizdarm-Subtyp gibt es spezielle Empfehlungen für den Obstipations-oder den Durchfall-Subtyp.

Welche Symptome treten bei Reizdarm auf?

Je nach Art des Reizdarms (Subtyp) können Verstopfungen oder Durchfälle auftreten. Es gibt auch einen Reizdarm-Subtypus bei dem Durchfall und Verstopfung abwechselnd auftreten. Bauchschmerzen, entweichende Blähungen, nicht entweichende Blähungen (Blähbauch), Stimmungsschwankungen, Kopfschmerzen, Müdigkeit oder Konzentrationsprobleme, Angst und depressive Emotionen sind häufig beobachtete Beschwerden und können im Zusammenhang mit einem Reizdarmsyndrom auftreten.

Wie kommt es zu einem Reizdarm?

Es gibt Studien die Zusammenhänge mit durchgemachten Magen-Darm-Infektionen beobachten konnten. Auch psychische Einflüsse und ein hyperreaktives Darmnervensystem können eine Rolle spielen. Bei Vorliegen eines Reizdarms können Beschwerden durch ballaststoffreiche, fettige oder stark gewürzte Kost hervorgerufen oder verstärkt werden.

Die Behandlungsansätze in der Praxis Gesund in Berlin

Janan Mahmod - Heilpraktiker in Berlin

Mein Ziel als Heilpraktiker ist es, die Ursachen Ihrer Beschwerden zu ermitteln und diese effektiv zu behandeln. Ich verfolge, je nach Beschwerdebild und Reizdarm-Subtyp verschiedene Therapieansätze. Eine pauschale Behandlungsmethode für den Reizdarm gibt es nicht, weder in der Schulmedizin noch in der Naturheilkunde.

In einer ausführlichen Anamnese besprechen wir Ihre genauen Symptome und entwickeln eine Strategie um diese zu lindern. Ich erstelle anschließend ein für sie maßgeschneidertes Therapiekonzept und sichere den Therapieverlauf ab.

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